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Illustration zum Ratgeber: Mindestlohn 2026: Aktueller Betrag & alle Infos

Mindestlohn 2026: Aktueller Betrag, Anspruch & Netto-Rechnung

Der Mindestlohn 2026 beträgt 12,82 Euro pro Stunde – und damit gilt für Millionen Beschäftigte in Deutschland eine gesetzlich festgelegte Lohnuntergrenze, die Arbeitgeber nicht unterschreiten dürfen. Ob du gerade einen neuen Job annimmst, deinen aktuellen Lohn überprüfen möchtest oder einfach wissen willst, was am Ende des Monats netto auf deinem Konto landet: Dieser Ratgeber gibt dir alle wichtigen Informationen zum Mindestlohn 2026 – kompakt, aktuell und verständlich.


Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

Wer auf Mindestlohnbasis arbeitet, sollte die wichtigsten Eckdaten kennen. Die folgende Tabelle zeigt, was du bei einer Vollzeitstelle (40 Stunden pro Woche) auf Brutto-Basis verdienen würdest:

ZeitraumBetrag
Stundenlohn (Mindestlohn 2026)12,82 €
Monatslohn brutto (40 h/Woche, ca. 173,3 Std.)ca. 2.222 €
Jahresgehalt bruttoca. 26.666 €

Hinweis: Der Monatslohn ergibt sich aus dem Stundenlohn multipliziert mit der durchschnittlichen Anzahl an Arbeitsstunden pro Monat (52 Wochen × 40 Stunden ÷ 12 Monate ≈ 173,3 Stunden). Bei Teilzeit oder schwankenden Stunden weicht dein tatsächliches Monatsgehalt entsprechend ab.

Der Mindestlohn gilt als Bruttolohn – das heißt, vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben. Was davon netto bei dir ankommt, hängt von deiner Steuerklasse, deinem Familienstand und weiteren Faktoren ab. Mehr dazu weiter unten.

Quellen: Mindestlohnkommission, Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)


Wer hat Anspruch auf den Mindestlohn?

Der allgemeine gesetzliche Mindestlohn gilt für einen Großteil aller Beschäftigten in Deutschland. Dennoch gibt es klar definierte Ausnahmen, die du kennen solltest.

Diese Gruppen haben Anspruch

Anspruch auf den Mindestlohn haben grundsätzlich alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die:

Auch Beschäftigte aus dem EU-Ausland, die vorübergehend in Deutschland arbeiten, haben Anspruch auf den deutschen Mindestlohn. Arbeitgeber aus dem Ausland sind verpflichtet, diesen zu zahlen, wenn die Tätigkeit auf deutschem Boden stattfindet.

Diese Gruppen sind ausgenommen

Nicht jede Beschäftigungsform fällt automatisch unter den Mindestlohn. Die folgenden Gruppen sind gesetzlich ausgenommen:

Wenn du unsicher bist, ob dein Job unter den Mindestlohn fällt, lohnt sich ein Blick in deinen Arbeitsvertrag oder eine Beratung bei der Bundesagentur für Arbeit.


Was bleibt netto vom Mindestlohn?

Der Bruttolohn ist nicht das, was du am Ende des Monats auf dem Konto hast. Vom Mindestlohn-Brutto werden Lohnsteuer und Sozialabgaben abgezogen. Wie viel netto übrig bleibt, hängt vor allem von deiner Steuerklasse ab.

Die folgende Tabelle zeigt Näherungswerte für ein Vollzeitgehalt von ca. 2.222 Euro brutto:

SteuerklasseNetto ca.Typische Situation
Steuerklasse 1ca. 1.580 €Ledig, keine Kinder
Steuerklasse 3ca. 1.750 €Verheiratet, Alleinverdiener oder höheres Einkommen
Steuerklasse 5ca. 1.380 €Verheiratet, Zweitverdiener mit niedrigerem Einkommen

Angaben ohne Kirchensteuer, ohne Kinderfreibeträge; Werte sind Richtwerte und können je nach Gemeinde und individuellen Faktoren leicht abweichen. Quelle: Destatis, eigene Berechnung auf Basis geltender Sozialversicherungssätze 2026.

Diese Übersicht zeigt: Je nach Steuerklasse variiert das Nettoeinkommen um mehrere Hundert Euro – obwohl das Bruttogehalt identisch ist. Wenn du genau wissen möchtest, was in deinem Fall netto bleibt, nutze am besten unseren Brutto-Netto-Rechner. Dort kannst du alle relevanten Parameter – Steuerklasse, Bundesland, Kirchensteuer, Kinderfreibeträge – individuell eingeben und erhältst ein genaues Ergebnis.

Welche Steuerklasse für dich gilt und wie du sie ggf. wechseln kannst, erklären wir dir in unserem Ratgeber Steuerklassen erklärt.


Mindestlohn-Erhöhungen im Überblick 2015–2026

Der Mindestlohn wurde seit seiner Einführung im Jahr 2015 mehrfach angehoben. Die Mindestlohnkommission prüft regelmäßig – in der Regel alle zwei Jahre – ob und in welchem Umfang eine Erhöhung angemessen ist. Dabei orientiert sie sich insbesondere an der Tarifentwicklung in Deutschland.

JahrMindestlohn pro Stunde
20158,50 €
20168,50 €
20178,84 €
20188,84 €
20199,19 €
20209,35 €
20219,50 €
2022 (ab Oktober)12,00 € (politische Sondererhöhung)
202312,41 €
202412,41 €
202512,41 €
202612,82 €

Quelle: Mindestlohnkommission, BMAS

Die deutlichste Erhöhung gab es zum Oktober 2022 – damals wurde der Mindestlohn per Gesetz auf 12,00 Euro angehoben, was einem Sprung von über 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entsprach. Zum 1. Januar 2026 folgte die nächste Anpassung auf 12,82 Euro – ein Plus von rund 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seitdem passt die Mindestlohnkommission den Betrag wieder regulär nach den Tarifindizes an.

Ob und wann der Mindestlohn erneut steigt, entscheidet die Kommission voraussichtlich im Jahr 2026 für die Folgeperiode ab 2027.


Mindestlohn und Tariflohn – was gilt bei dir?

In vielen Branchen existieren tarifvertragliche Vereinbarungen, die über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen. Wenn du in einem Unternehmen arbeitest, das einem Tarifvertrag unterliegt, gilt für dich der – in der Regel höhere – Tariflohn.

Was bedeutet das konkret?

Besonders in Branchen wie Pflege, Reinigung, Gastronomie oder Einzelhandel gibt es branchenspezifische Mindestlöhne, die auf Basis des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes festgelegt werden. Diese können über dem allgemeinen Mindestlohn liegen – prüfe daher, ob für deine Branche ein gesonderter Mindestlohn gilt.

Wenn du dir unsicher bist, ob dein Lohn dem geltenden Mindestlohn oder Tariflohn entspricht, ist der erste Anlaufpunkt dein Betriebsrat (sofern vorhanden) oder die Hotline der Bundesagentur für Arbeit. Du kannst auch einen Blick in unsere Übersicht der Berufe auf Mindestlohn-Niveau werfen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Tätigkeiten typischerweise in diesem Gehaltsbereich angesiedelt sind.


Häufige Fragen zum Mindestlohn 2026

Wie hoch ist der Mindestlohn 2026 genau?

Der allgemeine gesetzliche Mindestlohn beträgt ab dem 1. Januar 2026 12,82 Euro pro Stunde brutto. Dieser Betrag gilt für alle anspruchsberechtigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland – unabhängig von Branche, Bundesland oder Betriebsgröße. Die Mindestlohnkommission hat diesen Betrag im Jahr 2024 für die Periode 2025 und 2026 festgelegt.

Wann wird der Mindestlohn das nächste Mal erhöht?

Die Mindestlohnkommission überprüft den Mindestlohn alle zwei Jahre und gibt eine Empfehlung für die nächste Anpassungsperiode ab. Voraussichtlich wird im Jahr 2026 eine Entscheidung über den Mindestlohn ab 2027 getroffen. Eine automatische Anpassung an die Inflationsrate gibt es nicht – die Kommission orientiert sich primär an der Tarifentwicklung in Deutschland.

Darf mein Arbeitgeber weniger als den Mindestlohn zahlen?

Nein. Kein Arbeitsvertrag, keine Betriebsvereinbarung und kein Tarifvertrag darf den gesetzlichen Mindestlohn unterschreiten. Wenn du weniger als 12,82 Euro brutto pro Stunde erhältst und du zum anspruchsberechtigten Personenkreis gehörst, verstößt dein Arbeitgeber gegen das Mindestlohngesetz (MiLoG). In diesem Fall hast du das Recht, den Differenzbetrag nachzufordern. Die Zollbehörden kontrollieren die Einhaltung des Mindestlohns in Deutschland.

Wie viel bleibt netto vom Mindestlohn bei Vollzeit?

Das hängt vor allem von deiner Steuerklasse ab. Bei einem Vollzeitgehalt von ca. 2.222 Euro brutto bleiben dir in Steuerklasse 1 rund 1.580 Euro netto, in Steuerklasse 3 rund 1.750 Euro und in Steuerklasse 5 rund 1.380 Euro. Das sind Richtwerte ohne Kirchensteuer und ohne Kinderfreibeträge. Für ein genaues Ergebnis in deiner persönlichen Situation empfehlen wir unseren Brutto-Netto-Rechner.

Gilt der Mindestlohn auch für Minijobs?

Ja. Auch für geringfügig Beschäftigte (Minijobs) gilt der gesetzliche Mindestlohn von 12,82 Euro pro Stunde. Gleichzeitig gibt es eine Minijob-Verdienstgrenze (aktuell 538 Euro monatlich), die sich aus dem Mindestlohn ergibt. Das bedeutet: Minijobber dürfen bei 12,82 Euro Stundenlohn maximal rund 42 Stunden pro Monat arbeiten, ohne die Grenze zu überschreiten – ansonsten wechselt das Arbeitsverhältnis in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.


Fazit

Der Mindestlohn 2026 liegt bei 12,82 Euro pro Stunde brutto – das entspricht bei einer Vollzeitstelle mit 40 Wochenstunden einem Bruttogehalt von rund 2.222 Euro pro Monat bzw. gut 26.600 Euro im Jahr. Wer Anspruch hat, was netto bleibt und welche Ausnahmen gelten, ist im Mindestlohngesetz klar geregelt.

Wichtig zu wissen: Der Mindestlohn ist eine gesetzliche Untergrenze – in vielen Branchen und Berufen liegt der tatsächlich gezahlte Lohn deutlich höher, etwa durch Tarifverträge oder individuelle Gehaltsvereinbarungen. Wenn du herausfinden möchtest, ob dein Lohn angemessen ist, lohnt sich ein Gehaltsvergleich.

Um zu sehen, wie viel netto von deinem Bruttogehalt übrig bleibt, nutze jetzt unseren Brutto-Netto-Rechner – einfach, schnell und kostenlos.


Quellen: Mindestlohnkommission (Beschluss vom 26. Juni 2024), Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Bundesagentur für Arbeit, Statistisches Bundesamt (Destatis). Stand: Juli 2026.