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Karriere

Gehaltsverhandlung: So verhandelst du mehr Gehalt

Eine Gehaltserhöhung fällt selten vom Himmel – sie muss verhandelt werden. Mit der richtigen Vorbereitung und Argumentation kommst du deutlich besser an dein Zielgehalt.

Illustration zum Ratgeber: Gehaltsverhandlung Tipps

1. Kenne deinen Marktwert

Bevor du in ein Gehaltsgespräch gehst, musst du wissen, was dein Beruf aktuell am Markt wert ist. Nutze dafür amtliche Daten: Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit zeigt den Median-Bruttolohn für über 800 Berufe – nach Bundesland und Stadt aufgeschlüsselt.

So weißt du, ob du unter, über oder im Marktniveau liegst – und hast eine sachliche Grundlage für deine Forderung.

2. Wähle den richtigen Zeitpunkt

Der beste Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung ist:

  • Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Projekt
  • Im jährlichen Mitarbeitergespräch
  • Nach einer Beförderung oder Übernahme neuer Aufgaben
  • Beim Jobwechsel – vor der Vertragsunterzeichnung

Vermeide Phasen, in denen das Unternehmen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpft.

3. Dokumentiere deine Leistungen

Zahlen überzeugen mehr als Argumente. Halte konkrete Erfolge fest: Projekte, die du erfolgreich abgeschlossen hast, Kosten, die du eingespart hast, oder Umsätze, die du mitverantwortet hast. Je konkreter, desto stärker deine Verhandlungsposition.

4. Definiere eine realistische Zielzahl

Nenne zuerst eine konkrete Zahl – nicht eine Spanne. Wer eine Spanne nennt, landet meistens am unteren Ende. Üblich sind:

  • Intern: 5–15 % Erhöhung
  • Bei einem Jobwechsel: 10–25 % über deinem aktuellen Gehalt

Starte etwas über deiner Zielzahl, um Verhandlungsspielraum zu haben.

5. Nutze die richtige Formulierung

Formuliere deine Forderung klar, freundlich und sachlich. Ein Beispiel:

„Aufgrund meiner Leistungen im letzten Jahr und des aktuellen Marktniveaus für meine Position möchte ich über eine Anpassung meines Gehalts auf X Euro sprechen."

Vermeide emotionale Argumente wie „Ich brauche mehr Geld wegen meiner Miete" – die überzeugen deinen Arbeitgeber nicht.

6. Sei bereit für ein Nein – und handle danach

Wenn das Gespräch nicht sofort erfolgreich ist, frage nach, was du tun müsstest, um in X Monaten eine Erhöhung zu erhalten. Halte das schriftlich fest. Ein klares Ziel und ein Zeitplan sind oft wertvoller als ein vages „Ja, vielleicht".

7. Denke über das Grundgehalt hinaus

Wenn das Grundgehalt nicht verhandelbar ist, gibt es oft andere Hebel: Homeoffice-Tage, Weiterbildungsbudget, Firmenwagen, Boni oder mehr Urlaubstage. Diese haben ebenfalls einen Geldwert und können deinen Gesamtpaket deutlich attraktiver machen.

Dein Marktwert als Grundlage

Schau dir die aktuellen Gehaltsdaten für deinen Beruf an – aufgeschlüsselt nach Bundesland und Stadt:

Alle Berufe und Gehälter ansehen →

Häufige Fragen zur Gehaltsverhandlung

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung?

Der beste Zeitpunkt ist nach einem erfolgreichen Projekt, beim jährlichen Mitarbeitergespräch oder wenn du eine neue Stelle antrittst. Vermeide Phasen, in denen das Unternehmen Einsparungen vornimmt.

Wie viel mehr Gehalt kann ich realistisch verhandeln?

In einer internen Verhandlung sind 5–15 % realistisch. Bei einem Jobwechsel sind auch 15–25 % möglich. Wichtig ist, die eigene Marktlage mit aktuellen Gehaltsdaten zu kennen.

Wie bereite ich mich auf eine Gehaltsverhandlung vor?

Recherchiere deinen Marktwert anhand aktueller Gehaltsdaten für deinen Beruf und deine Region. Dokumentiere konkrete Leistungen und Erfolge. Definiere eine Zielzahl und eine Untergrenze. Übe das Gespräch vorab.