Arzt Gehalt 2026: Was verdienen Ärzte in Deutschland?
Ärzte gehören in Deutschland zu den bestbezahlten Berufsgruppen überhaupt – doch die Spanne ist groß. Zwischen einem Assistenzarzt im ersten Weiterbildungsjahr und einem Chefarzt in einer Universitätsklinik liegen oft mehr als 15.000 € brutto pro Monat. Diese Seite zeigt dir auf Basis des Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit 2026 und des Marburger Bund Gehaltstarifvertrags 2025/2026, was in den verschiedenen Karrierestufen und Fachrichtungen tatsächlich gezahlt wird.
Arzt Gehalt nach Karrierestufe
Die Karriereleiter in der Medizin ist klar strukturiert: vom Assistenzarzt direkt nach dem Studium bis zum Chefarzt mit Leitungsverantwortung. Das Gehalt steigt mit jeder Stufe deutlich – und hängt stark davon ab, ob du in einem tarifgebundenen Krankenhaus (Marburger Bund / TV-Ärzte) oder in einer Klinik ohne Tarifvertrag arbeitest.
| Karrierestufe | Median brutto/Monat | Jahresgehalt (Median) |
|---|---|---|
| Assistenzarzt/ärztin | 5.000 € | ca. 60.000 € |
| Facharzt/ärztin | 7.000 € | ca. 84.000 € |
| Oberarzt/ärztin | 8.500 € | ca. 102.000 € |
| Leitender Oberarzt/ärztin | 9.500 € | ca. 114.000 € |
| Chefarzt/ärztin | 12.000–20.000 € | ca. 144.000–240.000 € |
Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit 2026; Marburger Bund Gehaltstarifvertrag 2025/2026. Vollzeitbeschäftigt, ohne Liquidationseinnahmen.
Assistenzarzt: Die Grundvergütung nach TV-Ärzte (Marburger Bund) beginnt 2026 in Entgeltgruppe Ä1 bei rund 5.000 € brutto monatlich im ersten Jahr. Hinzu kommen Zuschläge für Bereitschaftsdienste, Nachtarbeit und Wochenendarbeit, die den tatsächlichen Verdienst erheblich erhöhen können.
Facharzt: Mit abgeschlossener Facharztausbildung (in der Regel 5–6 Jahre nach dem Studium) wechseln Ärzte in die Entgeltgruppe Ä2 mit einem Grundgehalt von rund 7.000 €. In Universitätskliniken und privaten Trägern kann das Gehalt höher liegen.
Oberarzt: Oberärzte tragen Verantwortung für Stationen und das ärztliche Team. Das Grundgehalt liegt 2026 im Median bei 8.500 € – inklusive Funktionszulage für leitende Funktionen.
Leitender Oberarzt: Diese Funktion ist oft der letzte Schritt vor der Chefarztposition. Das Gehalt liegt je nach Klinik und Fachabteilung bei rund 9.500 € im Median.
Chefarzt: Die Chefarztposition ist die variabelste in der gesamten Übersicht. Das Fixgehalt liegt je nach Klinikgröße und Fachrichtung zwischen 12.000 € und 20.000 € brutto pro Monat. Hinzu kommen in vielen Fällen Einnahmen aus dem Liquidationsrecht (Privatliquidation) sowie erfolgsabhängige Prämien. Für Chefärzte in großen Universitätskliniken oder privaten Trägern sind Gesamtvergütungen von 250.000 € und mehr im Jahr keine Ausnahme.
Arzt Gehalt nach Fachrichtung
Die Fachrichtung beeinflusst das Gehalt weniger stark als die Karrierestufe, aber es gibt messbare Unterschiede. Invasive Fachrichtungen und solche mit hohem OP-Aufkommen werden im Privatbereich und bei Chefarztstellen besser vergütet. Die folgenden Werte beziehen sich auf angestellte Ärzte in Kliniken über alle Karrierestufen hinweg.
| Fachrichtung | Median brutto/Monat (alle Karrierestufen) |
|---|---|
| Radiologie | 7.800 € |
| Chirurgie | 7.400 € |
| Anästhesie | 7.200 € |
| Innere Medizin | 6.800 € |
| Kardiologie | 7.000 € |
| Gynäkologie | 6.600 € |
| Psychiatrie / Psychotherapie | 6.200 € |
| Allgemeinmedizin (Klinik) | 5.900 € |
| Pädiatrie | 6.000 € |
Orientierungswerte auf Basis des Entgeltatlas 2026 und Tarifvertragsdaten des Marburger Bundes.
Radiologen erzielen häufig die höchsten Mediangehälter, da die Fachrichtung mit spezifischem technischen Know-how verbunden ist und Privatpatienten überdurchschnittlich oft Leistungen wie CT, MRT und Interventionen in Anspruch nehmen. Psychiatrie und Allgemeinmedizin liegen im Vergleich niedriger, was zum Teil auf strukturelle Unterschiede im ambulant-stationären Bereich zurückzuführen ist.
Arzt Gehalt nach Bundesland
Wie in anderen Berufen gilt: Bayern und Baden-Württemberg zahlen auch im ärztlichen Bereich am meisten. Ostdeutsche Bundesländer liegen im Schnitt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt – allerdings haben viele Kliniken dort in den letzten Jahren aufgeholt, weil sie im Wettbewerb um Ärzte aktiv höhere Gehälter bieten müssen.
| Bundesland | Median brutto/Monat (angestellte Ärzte, alle Stufen) |
|---|---|
| Bayern | 7.200 € |
| Baden-Württemberg | 7.100 € |
| Hessen | 6.900 € |
| Hamburg | 6.800 € |
| Nordrhein-Westfalen | 6.600 € |
| Niedersachsen | 6.400 € |
| Rheinland-Pfalz | 6.200 € |
| Berlin | 6.300 € |
| Brandenburg | 5.900 € |
| Sachsen | 5.800 € |
| Thüringen | 5.700 € |
| Sachsen-Anhalt | 5.600 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 5.500 € |
Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, 2026.
Der Unterschied zwischen Bayern und Mecklenburg-Vorpommern beträgt rund 1.700 € im Monat. In Regionen mit Landarztmangel – insbesondere Ostdeutschland und ländliche Gebiete – bieten einzelne Kliniken und Landkreise zusätzliche Anreize wie Umzugsprämien, Dienstfahrzeuge oder geförderten Wohnraum, die in diesen Zahlen nicht abgebildet sind.
Zulagen und Zusatzvergütungen
Das Grundgehalt ist bei Ärzten oft nur ein Teil des tatsächlichen Einkommens. Gerade im Klinikalltag machen Zulagen einen erheblichen Teil des Gesamtgehalts aus.
| Zulage / Dienstart | Typischer Betrag (pro Ereignis oder Monat) |
|---|---|
| Bereitschaftsdienst (BD) | 25–60 € pro Stunde je nach BD-Stufe |
| Rufbereitschaft | 12–25 € pro Stunde |
| Nachtarbeitszuschlag (22–6 Uhr) | 20–30 % Aufschlag auf Stundenlohn |
| Sonntagszuschlag | 25 % Aufschlag |
| Feiertagszuschlag | 35–50 % Aufschlag |
| Monatliche Funktionszulage (z. B. Stationsarzt) | 200–600 € |
Angaben nach Marburger Bund Gehaltstarifvertrag 2025/2026, TV-Ärzte und TV-Ärzte/VKA.
Ein Assistenzarzt, der regelmäßig Bereitschaftsdienste leistet, kann sein Grundgehalt von 5.000 € durch Zulagen auf 6.200–7.000 € effektiv erhöhen. Das erklärt, warum das tatsächliche Monatseinkommen vieler Klinikärzte deutlich über dem reinen Grundgehalt liegt – aber auch warum der Vergleich von Stellenangeboten schwierig ist: Gleiche Grundgehälter können mit sehr unterschiedlichen Dienstbelastungen verbunden sein.
Faustregel: Je mehr Notaufnahme, OP und Akutversorgung eine Stelle beinhaltet, desto höher der Zulagenanteil – und desto belastender die Arbeitszeiten.
Arzt Netto-Gehalt
Das Netto-Gehalt ist für viele Ärzte ein zentrales Thema, weil die hohen Bruttogehälter durch Steuerprogression und Sozialabgaben erheblich reduziert werden. Hier eine Beispielrechnung für einen ledigen Facharzt (Steuerklasse I, keine Kirchensteuer, gesetzlich krankenversichert) mit 7.000 € brutto monatlich:
| Position | Betrag/Monat |
|---|---|
| Bruttogehalt | 7.000 € |
| Lohnsteuer (ca.) | –1.700 € |
| Solidaritätszuschlag | –0 € (weitgehend abgeschafft) |
| Rentenversicherung (9,3 %) | –651 € |
| Krankenversicherung (ca. 7,6 %) | –532 € |
| Pflegeversicherung (ca. 1,7 %) | –119 € |
| Arbeitslosenversicherung (1,3 %) | –91 € |
| Nettogehalt (ca.) | ca. 4.200 € |
Näherungswerte, Stand 2026. Individuelle Abweichungen je nach persönlicher Steuer- und Versicherungssituation.
Das Nettogehalt beträgt damit rund 60 % des Bruttos. Bei einem Oberarzt mit 8.500 € brutto ergibt sich ein Netto von rund 5.000 €, bei einem leitenden Oberarzt mit 9.500 € brutto rund 5.500 €.
Hinweis zur privaten Krankenversicherung: Viele Ärzte sind privat krankenversichert. Das erhöht die monatliche Versicherungsprämie, spart aber die gesetzliche KV-Abgabe. Der Nettoeffekt hängt vom Versicherungsanbieter, Tarif und persönlichem Gesundheitsprofil ab. Ärzte über der Beitragsbemessungsgrenze (2026: 5.512,50 € brutto/Monat) sind nicht mehr pflichtversichert und wechseln häufig in die PKV.
Für deine individuelle Netto-Berechnung nutze unseren Gehaltsrechner.
Niedergelassener Arzt vs. Klinik – wer verdient mehr?
Die Frage, ob sich eine eigene Praxis oder die Anstellung im Krankenhaus finanziell mehr lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Hier sind die relevanten Unterschiede im Überblick:
| Kriterium | Angestellter Klinikarzt | Niedergelassener Arzt |
|---|---|---|
| Einkommensart | Festgehalt + Zulagen | Überschuss aus Praxisbetrieb |
| Einkommenssicherheit | Hoch (Tarifvertrag) | Variabel (abhängig von Patientenzahl, Kassenmix) |
| Typisches Jahreseinkommen (Facharzt) | 84.000–114.000 € | 90.000–200.000 € (stark variabel) |
| Investitionsrisiko | Keins | Praxisgründung/-kauf: 100.000–500.000 € |
| Rentenversorgung | GRV + ggf. berufsständisches Versorgungswerk | Berufsständisches Versorgungswerk (Pflicht) |
| Arbeitszeit | Geregelt (mit Mehrarbeit durch Dienste) | Selbst bestimmt, aber oft hoch |
| Liquidationsrecht | Nur Chefärzte | Ja (eigene Abrechnung) |
Angaben als Orientierung. Erhebliche individuelle Unterschiede je nach Fachrichtung, Standort und Praxisstruktur.
Niedergelassene Fachärzte in gut laufenden Praxen – insbesondere in Fachrichtungen mit hohem Privatpatientenanteil wie Augenheilkunde, Orthopädie oder Dermatologie – erzielen oft Jahreseinkommen über 150.000 €. Gleichzeitig tragen sie das volle unternehmerische Risiko: Personalkosten, Miete, Geräteinvestitionen und Bürokratieaufwand fallen allein auf sie.
Angestellte Klinikärzte haben ein kalkulierbares Einkommen, Anspruch auf bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und klare Regelungen im Tarifvertrag. Dafür sind die Einkommensobergrenzen – außer auf Chefarztebene – enger gesetzt.
Häufige Fragen zum Arzt Gehalt
Was verdient ein Arzt im ersten Jahr nach dem Studium?
Im ersten Jahr als Assistenzarzt liegt das Grundgehalt nach TV-Ärzte (Marburger Bund) 2026 bei rund 5.000 € brutto monatlich. Hinzu kommen Zuschläge für Bereitschaftsdienste, die das Effektivgehalt auf 6.000–7.000 € anheben können. Das tatsächliche Einkommen hängt stark von der Anzahl und Art der geleisteten Dienste ab.
Wie lange dauert es, bis man als Facharzt anerkannt wird?
Die Facharztausbildung dauert je nach Fachrichtung zwischen 5 und 6 Jahren nach dem Staatsexamen. In chirurgischen Fächern und in der Inneren Medizin sind es oft 6 Jahre; in der Allgemeinmedizin ebenfalls. Erst nach Anerkennung der Facharztbezeichnung durch die zuständige Landesärztekammer wird man offiziell in eine höhere Entgeltgruppe eingruppiert.
Verdient ein Arzt im öffentlichen Dienst weniger als in einer privaten Klinik?
Im Grundgehalt liegen Kliniken in privater Trägerschaft häufig 5–15 % über dem TV-Ärzte der kommunalen Kliniken. Allerdings bieten kommunale Arbeitgeber oft zusätzliche Leistungen wie betriebliche Altersvorsorge, Jobticket und sichere Arbeitsplatzbedingungen. Private Klinikketten haben in den letzten Jahren deutlich aufgeholt, um im Wettbewerb um Ärzte mithalten zu können.
Können Ärzte mit ihrem Gehalt in Deutschland gut leben?
Ab der Facharztebene mit einem Nettoeinkommen von rund 4.200 € und aufwärts ist ein komfortabler Lebensstandard auch in Großstädten mit hohen Mietkosten möglich. Assistenzärzte im ersten Weiterbildungsjahr – besonders in teuren Städten wie München oder Frankfurt – berichten dagegen von einer angespannten finanziellen Situation, wenn Miete, Studienkredit und Lebenshaltungskosten zusammenkommen.
Was bringt die Mitgliedschaft im Marburger Bund finanziell?
Der Marburger Bund ist die zuständige Ärztegewerkschaft und handelt die Tarifverträge (TV-Ärzte, TV-Ärzte/VKA) aus, die in kommunalen und universitären Kliniken gelten. Die Mitgliedschaft selbst erhöht das Gehalt nicht direkt – aber wer in einem tarifgebundenen Krankenhaus arbeitet, profitiert automatisch von den ausgehandelten Regelungen zu Grundgehalt, Zulagen und Arbeitszeit. Tarifgebundene Krankenhäuser zahlen in der Regel mehr als nicht-tarifgebundene.
Fazit
Das Arztgehalt in Deutschland ist 2026 eng mit der Karrierestufe verknüpft: Assistenzärzte starten mit rund 5.000 € brutto, Fachärzte erzielen im Median 7.000 € und Oberärzte 8.500 €. Chefärzte können je nach Klinikgröße und Fachrichtung weit über 12.000 € monatlich verdienen – zuzüglich Liquidationseinnahmen.
Entscheidend für das tatsächliche Einkommen sind neben der Karrierestufe auch die Fachrichtung, das Bundesland, die Trägerschaft der Klinik und der Umfang der geleisteten Bereitschaftsdienste. Wer die Wahl zwischen Klinik und Niederlassung hat, sollte neben dem Einkommen auch das unternehmerische Risiko und die Lebensqualität in die Entscheidung einbeziehen.
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